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FOC - Risiko oder Chance?
27. Mai 2007
Auf große Resonanz traf die von der CDU-Gevelsberg initiierte Podiumsdiskussion zum geplanten Factory-Outlet-Center (FOC) in Hagen Haspe. Neben Vertretern der politischen Parteien, die auch aus den Nachbarstädten angereist waren, waren auch zahlreiche Einzelhändler
und interessierte Bürgerinnen und Bürger erschienen, um an der Diskussion im Haus Lichtenplatz teilzunehmen.Nach einer kurzen Begrüßung durch den Stadtverbandsvorsitzenden, Herrn Krake, stellte zunächst der Geschäftsführer des potentiellen Investors das geplante Objekt, das auf dem ehemaligen Brandt Gelände entstehen soll, vor. Unter dem Hinweis darauf, dass noch die Ergebnisse einiger Gutachten abgewartet werden müssen, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen werde, versuchte er in seiner Präsentation vor allen dingen die Bedenken gegen ein solches Outlet-Center auszuräumen. So würden in einem solchen Center immer nur Waren der vergangenen Saison oder sogenannte 1b-Ware angeboten, so dass es nicht zu einer Konkurrenzsituation mit den Einzelhandelsgeschäften der Innenstädte komme. In den Städten in denen bereits solche Center bestehen, wie z.B. Ingolstadt oder Zweibrücken, würden die Innenstädte sogar davon profitieren.
Entschieden anderer Meinung war da der anwesende Vertreter der SIHK, Herr Dabringhaus.
Da die Menschen ihr Geld immer nur einmal ausgeben könnten, käme es sehr wohl zu einer Schädigung des Einzelhandels. Ein FOC sei nicht anders zu bewerten als jedes andere Einkaufzentrum auch.
Auch gehe er nicht davon aus, das Besucher, die von weit her angereist seien, anschließend an einen Besuch im FOC noch die umliegenden Innenstädte aufsuchen würden, dies widerspreche aller Erfahrung, die man bisher mit derartigen Einkaufszentren, zum Beispiel in Oberhausen, gemacht habe.
Dieser Ansicht war auch der Vertreter von Pro-City, Herr Tasbier. Er wies darauf hin, dass Umsatzeinbußen bei den Einzelhändlern auch zu Arbeitsplatzverlusten führen würden.
Dem hielt der letzte Redner, Herr Vens von der MIT Gevelsberg, entgegen, dass durch das geplante Center allerdings auch 300-400 neue Arbeitsplätze entstehen würden. Darüber hinaus werden 50-60 Mio € in der Region investiert, wovon auch das heimische Unternehmertum profitieren werde. Er wies darauf hin, dass es viele widerstreitende Interessen gäbe, zwischen Bürgern, die gerne billig einkaufen, den Einzelhändlern, die um ihre Umsätze bangen, der Politik, die viele Millionen in die Verschönerung der Innenstädte investiert hat und den Menschen die Arbeit suchen und dort vielleicht eine neue Chance bekämen. Da man nicht allen Interessen gerecht werden könne, gilt es am Ende abzuwägen, welche Interessen gewichtiger sind.
In der anschließenden Diskussion fanden sich alle Meinungsbilder wieder.
Wichtige Argumente aus dem Publikum für das Center waren die zusätzlichen Einnahmen durch die Gewerbesteuer, die Aufwertung des Stadtteils Haspe/ Vogelsang und der Hinweis darauf, dass sich die Entwicklung ohnehin nicht aufhalten ließe und wenn nicht hier so doch an anderer Stelle in der Umgebung ein entsprechendes FOC errichtet würde, was dann ein viel größerer Schaden für die Region wäre.
Es wurden allerdings auch erhebliche Bedenken laut. Vor allen Dingen für die Sportgeschäfte bedeute ein FOC eine erhebliche Konkurrenz mit entsprechenden Umsatzeinbrüchen. Es werde hier mit ungleichen Waffen gekämpft, da ein Einzelhändler nie derartige Rabatte gewähren könne und es den Händlern nur bedingt möglich sei auf andere Sortimente umstellen.
Fazit der Veranstaltung war, dass das Thema FOC zum jetzigen Zeitpunkt ergebnisoffen diskutiert werden sollte, bis sämtliche Fakten auf dem Tisch liegen.
Bis dahin wird aber noch fleißig und sehr kontrovers diskutiert werden.
FOC - Risiko oder Chance?





